Sonntag, 10. November 2024

Alexander Wolfgang - Neffe von Otto Dix

Wolfgang, Alexander 1972 - Neffe von Otto Dix

Schenkte dieses Bild Erich Kresse zu seinem 72 igsten Geburtstag- Vermerk auf der Rückseite von Erich Kresse.

20 x 15 cm 



Alexander Wolfgang – Zwischen Form und Gefühl



Ein Autodidakt in der Tradition der Moderne


Alexander Wolfgangs Werk zeichnet sich durch eine konsequent eigenständige Entwicklung aus, die sich dennoch in Auseinandersetzung mit prägenden Strömungen der europäischen Kunst vollzieht. Früh von den expressiven Kräften des Spätexpressionismus beeinflusst, entwickelte Wolfgang eine Malweise, in der die emotionale Wirkung der Farbe über die realistische Darstellung triumphiert. Besonders seine Landschaftsbilder bezeugen diesen Zugriff: Sie abstrahieren das Gesehene zugunsten einer inneren, subjektiven Wirklichkeit.


Inspiriert von der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts – insbesondere vom Impressionismus und Postimpressionismus – übernahm Wolfgang Elemente des freien Umgangs mit Licht, Farbe und Bildkomposition. Seine Palette wurde heller, seine Bildräume offener.


Die Jahre zwischen 1948 und 1950 markieren eine experimentelle Phase, in der Einflüsse von Abstraktion und Kubismus spürbar werden. Doch Wolfgang löste sich nie ganz vom Gegenständlichen; seine Arbeiten bleiben immer in einem poetisch-konkreten Spannungsfeld zwischen Form und Andeutung.


Zentrales Thema seines Œuvres bleibt die Landschaft – nicht als topografische Wiedergabe, sondern als künstlerisch transformierter Raum. Perspektiven verschieben sich, Größenverhältnisse geraten aus der Ordnung, und doch entsteht ein Bildganzer, das eine unverwechselbare Handschrift trägt.


Dem sozialistischen Realismus entzieht sich Wolfgang bewusst. In einer Zeit, in der Kunst funktionalisiert werden sollte, blieb er der Natur und der individuellen Wahrnehmung verpflichtet – und damit auch einer gewissen inneren Unabhängigkeit.



Künstlerische Stile, die Alexander Wolfgang beeinflusste

Alexander Wolfgang war ein Autodidakt, dessen Werk sich durch eine eigenständige Entwicklung auszeichnet. Seine künstlerische Arbeit wurde von mehreren Stilen beeinflusst und entwickelte sich im Laufe der Zeit weiter:

  • Spätexpressionismus: Zu Beginn seiner Karriere stand sein Werk im Zeichen des Spätexpressionismus, insbesondere in seinen Landschaftsdarstellungen. Hierbei lag der Fokus weniger auf einer detailgetreuen Wiedergabe, sondern vielmehr auf dem emotionalen Gesamteindruck und einer kraftvoll-malerischen Textur.

  • Französische Kunst des 19. Jahrhunderts: Wolfgang nahm verschiedene Anleihen aus der französischen Kunst des 19. Jahrhunderts auf. Dazu zählen Elemente aus dem Impressionismus und Postimpressionismus, die sich in seiner Motivwahl und seinem Umgang mit Farbe und Licht widerspiegeln.

  • Abstraktion und Kubismus: Zwischen 1948 und 1950 entstanden Werke, die von abstrakter und kubistischer Malerei angeregt waren. Diese Phase zeigt eine Offenheit für moderne Strömungen, ohne sich jedoch völlig von der Gegenständlichkeit zu lösen.

  • Eigenständige Landschaftsmalerei: Wolfgang blieb stets der Landschaft als Hauptmotiv treu, wobei er keine topografisch exakten Situationen abbildete. Vielmehr veränderte er Größenverhältnisse und fügte malerische Elemente ein, um eine subjektive Wirklichkeit zu schaffen, die nur als Malerei existieren kann.

  • Sozialistischer Realismus: Von den kulturpolitischen Forderungen des sozialistischen Realismus in den 1950er Jahren blieb Wolfgang weitgehend unberührt. Seine Werke blieben politisch neutral und konzentrierten sich auf die intensive malerische Auseinandersetzung mit der Natur.

Zusammengefasst beeinflusste Alexander Wolfgang insbesondere den Spätexpressionismus, Elemente der französischen Malerei des 19. Jahrhunderts, sowie Aspekte der Abstraktion und des Kubismus, wobei er stets einen eigenständigen, emotionalen Zugang zur Landschaftsmalerei entwickelte.

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